Sonntag, 16. Oktober 2011

Seine Majestät können einziehen

"Ein König sucht sein Reich" - unter diesem Motto läuft das Laubfroschprojekt des NABU Hessen. Die NABU-Gruppe Seeheim hat zusammen mit dem BUND heute einen Froschtümpel für Seine Majestät und Hofstaat errichtet und erwartet den baldigen Einzug.

Der Morgen des zweiten Tages am neuen Teich ist frostig. Tino startet pünktlich um neun den Bagger zur ersten Schicht, während Wolfgang mit der Messlatte eintrifft.
Auch Helfer von den Wühlmäusen sind eingetroffen.



Das Ablaufrohr wird eingezogen von Klaus-Dieter und Wolfgang.


Am späten Nachmittag ist es endlich soweit: der Teich ist fertig!

Samstag, 15. Oktober 2011

Bagger-Event am Beerbach

NABU und BUND unterstützen die Aktion "Ein König sucht sein Reich" zur Wiederansiedlung des Laubfrosches
Fotos: NABU/Tino Westphal - der Froschtümpel: ein Weidenwäldchen bedeckt den Zulauf zum ehemaligen Tümpel; offenes Wasser ist keines mehr vorhanden.
Der Bagger rückt an - die Fahnen von BUND und NABU werden hochgezogen, während die ersten Weiden mit der Motorsäge gekappt werden. Im Vordergrund liegt der flexible Schlauch bereit, der als Ablauf in den künftigen Damm eingebaut werden soll.  - Dann das Pech: an einem Baum wird ein Hydraulikschlauch der Baggerschaufel beschädigt. Das heisst fast drei Stunden steht der Bagger still, bis ein Ersatzteil beschafft ist.
Mutterboden und Schlamm werden abgetragen, bis der Tlehmige Teichboden freiliegt. Im Hintergrund der liegt schon das Weidenholz.
Am Abend des Samstages sind ist der größte Teil der flachen Uferlinie modelliert, am Sonntag wird der Damm befestigt und das Abflußrohr wieder eingebaut.

Freitag, 14. Oktober 2011

Die Dohle ist Vogel des Jahres 2012

Intelligenter Vogel im schwarzgrauen Gewand


Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Landesbund für Vogelschutz (LBV), NABU-Partner in Bayern, haben die Dohle (Coloeus monedula) zum „Vogel des Jahres 2012“ gekürt. „Damit beleuchten wir eine der intelligentesten heimischen Vogelarten, die trotz ihrer Anpassungsfähigkeit immer weniger Nistmöglichkeiten findet“, erklärt NABU-Vizepräsident Helmut Opitz. „Mit der Ernennung zum Vogel des Jahres wollen wir uns verstärkt für die geselligen Dohlen einsetzen, denn ihre Lebensräume werden immer mehr eingeengt“, erläutert der LBV-Vorsitzende Ludwig Sothmann. Es sei dringend, die vielseitigen Stimmtalente besser zu schützen, denn Dohlen stehen bereits in mehreren Bundesländern auf der Roten Liste der gefährdeten Arten oder auf der Vorwarnliste.



Als Kulturfolger hatten sich die ursprünglichen Steppenbewohner in der menschlichen Nachbarschaft gut eingerichtet: Hohe Gebäude boten ihnen vorzüglichen Unterschlupf und Weiden, Felder und Wiesen einen reich gedeckten Tisch mit Käfern, Heuschrecken, Würmern und Schnecken. Für die Landwirtschaft waren sie nützliche Helfer bei der biologischen Schädlingsbekämpfung und so lebten Mensch und Dohle jahrhundertelang einträchtig miteinander. „Doch nun versiegeln wir immer mehr Grünflächen und setzen für den großflächigen Anbau von Energiepflanzen – vor allem Mais und Raps – flächendeckend Pestizide ein. Damit verschwindet auch die Nahrungsgrundlage der Dohlen. Zugleich finden die Dohlen in unseren Städten und Dörfern immer weniger Nistmöglichkeiten“, erklärt NABU-Vizepräsident Opitz. So ist der Dohlenbestand in Deutschland auf geschätzte 100.000 Brutpaare gesunken. Größere Dichten erreicht die Art nur noch regional, etwa am Niederrhein.

Zum Rückgang der Dohlen tragen aktuell auch viele Gebäudesanierungen bei, die zwar wichtigen Energiesparzielen dienen, aber den Dohlen Brutplätze in Nischen, Mauerlöchern und Dachstühlen versperren. Wegen ihrer Vorliebe für Kirchtürme nannte man sie früher „des Pastors schwarze Taube“, doch die Türme vieler Gotteshäuser wurden inzwischen zur Taubenabwehr vergittert. Mit dem Projekt „Lebensraum Kirchturm“ weisen NABU und LBV auf die Gefährdung von tierischen Kirchturmbewohnern hin und setzen sich für deren Schutz ein. Seit 2007, als der Turmfalke Vogel des Jahres war, haben NABU und LBV bereits 500 Kirchengemeinden mit einer Plakette für ihr vorbildliches Engagement ausgezeichnet. Im Dohlen-Jahr sollen es noch mehr werden.

So rufen NABU und LBV dazu auf, die „Wohnungsnot“ der schwarz gefiederten Vögel mit den silber-blauen Augen zu lindern. Dazu sollen vorhandene Lebensräume erhalten und neue geschaffen werden. Denn auch die Dohlen-Kolonien in alten Baumbeständen nehmen ab, wo die durchaus anpassungsfähigen Vögel gerne die von Schwarzspechten gezimmerten Höhlen beziehen, erläutert der LBV-Vorsitzende Sothmann. „So gilt es, naturnahe Altholzbestände und „Höhlenbäume“ zu schützen. Auch alte Parkbäume in Städten und Siedlungsräumen können diese Funktion erfüllen und dürfen nicht einer übervorsichtigen Verkehrssicherung oder Baumsanierungen zum Opfer fallen.“ Bei den noch verbliebenen Felsbrütern unter den Dohlen müssen Störungen durch Kletterer vermieden werden, etwa indem solche Felsen während der Brutzeit gesperrt werden. Und damit Schornsteine, die noch in Betrieb sind, nicht durch Nistmaterial verstopfen, könne man vorbeugend Schutzgitter oder Abdeckungen anbringen und den Vögeln andernorts alternative Brutplätze anbieten. Dazu eignen sich spezielle Dohlen-Nistkästen, die gerne angenommen werden und über den NABU und den LBV bezogen werden können.

Zugleich hoffen der NABU und der LBV auf einen Imagegewinn für den Vogel des Jahres 2012 – denn tatsächlich sind diese kleinsten Vertreter der Rabenvögel weder Unglücksboten und Pechvögel, wie mancher Volksmund sie schmähte. Vielmehr beeindrucken Dohlen durch ihr hoch entwickeltes Familien- und Gesellschaftsleben. Schon der Verhaltensforscher und Nobelpreisträger Konrad Lorenz war fasziniert von den lernfähigen und intelligenten Dohlen mit ihrem so geselligen wie geordneten Kolonieleben. Dohlenpaare sind sich ihr Leben lang treu und auch in der fürsorglichen Beziehung zu ihrem Nachwuchs sind sie keine Raben- sondern wahre Vorzeigeeltern. „So lassen sich viele schöne Geschichten über unseren Vogel des Jahres 2012 erzählen und wir hoffen, viele neue Freunde für die Dohle zu gewinnen, um sie gemeinsam besser schützen zu können“, erklären die Vogelschutzexperten von NABU und LBV.

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Die ersten Kraniche am Himmel über Hessen

Foto: NABU/Westphal

NABU: Kranich-Beobachtungen online melden

In den nächsten Tagen ist wieder das großartige Herbstschauspiel ziehender Kraniche am Himmel über Hessen zu sehen. Aufmerksame Naturfreunde konnten bereits erste Schwärme des laut trompetenden „Glücksvogels“ am Abendhimmel beobachten. Die Kraniche suchen in Hessen manchmal Rastplätze auf, um sich vom anstrengenden Flug zu erholen und Nahrung aufzunehmen. Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU Hessen, bittet alle Naturbeobachter um Rücksichtnahme: „An den Rastplätzen sollte man einen Abstand von 300 Meter einhalten, um erschöpfte Tiere nicht unnötig zu beunruhigen.“ Der NABU Hessen ruft dazu auf, Kranichbeobachtungen im Internet unter www.Kranich-Hessen.de online zu melden.

Hessen liegt in einer Hauptzugroute der Kraniche auf ihrem Weg von der Ostsee in ihre Winterquartiere im Südwesten Europas. An ihren nördlichen Sammelplätzen – z.B. bei Rügen und an der Mecklenburgischen Seenplatte – finden sich im Herbst 80.000 bis 100.000 Kraniche ein. Bei günstiger Witterung brechen einzelne Schwärme früh morgens auf und ziehen südlich und nördlich am Harz vorbei. Sie erreichen dann das Weserbergland und Thüringen und fliegen meist in den Nachmittags- und Abendstunden weiter durch Hessen. Schwerpunkte des hessischen Durchzuges sind die Flusstäler Ober- und Mittelhessens, wo einige Tiere bei schlechten Flugbedingungen auch Rastgebiete aufsuchen.

Beim Weiterflug mit 50-70 km/h erreichen die über Hessen ziehenden Tiere die Auen von Main und Rhein und fliegen schließlich über Frankreich weiter nach Südwesten. „Für den Naturbeobachter sind die ziehenden Kraniche an ihrer keilförmigen Formation und den trompetenartigen Rufen zu erkennen“, so Eppler. Die kräftigen und erfahrenen Tiere fliegen an der Spitze, dann folgen Familien mit durchschnittlich zwei Jungtieren.

Bei günstigen Flugbedingungen können die bis 1,30 Meter großen Tiere ohne Halt bis nach Südeuropa fliegen. Manche legen bei Wetterumschwüngen aber auch eine Rast in Hessen ein.
Sie landen z.B. im Amöneburger Becken, an der Ohm und an der Lahn. Auch Feuchtgebiete in der Wetterau und die Rheinauen in Südhessen sind gern aufgesuchte Orte zum Ausruhen. Die Rücksichtnahme an den Rastplätzen ist notwendig, weil viele Kraniche bereits eine weite Flugstrecke hinter sich haben, wenn sie in Hessen eine Pause einlegen. „Sie brauchen Ruhe und die Gelegenheit, etwas zu fressen und wieder Kräfte zu sammeln“, erläutert der Biologe Eppler.

Sonntag, 9. Oktober 2011

Energiewende und Artenvielfalt in Einklang bringen

NABU-Versammlung fordert Stopp für Grünlandumbruch
Fotos: NABU/T. Westphal - Erhard Eppler
am Mikrofon
Wetzlar. Einen Stopp des unkontrollierten Umbruchs von Grünland zu Ackerflächen für den Anbau von Energiemais forderte die Landesvertreter-Versammlung des NABU Hessen am 9.10.2011 in der Naturschutzakademie Hessen in Wetzlar. „Die notwendige Energiewende muss naturverträglich gestaltet werden. Eine maßlose Ausweitung des problematischen Anbaus von Energiemais verursacht mehr Umweltprobleme als sie löst“, erklärte Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU Hessen. Bei der Erzeugung von Biogas müsse mehr auf Reststoffe und die Nutzung von Grünlandschnitt gesetzt werden.

Jörg-Andreas Krüger
Die 125 Delegierten aus den 24 hessischen NABU-Kreisverbänden berieten über die Energiewende in Hessen. Sie zeigten sich besorgt über eine um sich greifende „Vermaisung“ der Landschaft. Um eine sinnvolle nachhaltige und umweltschonende Energieversorgung langfristig zu gewährleisten, müsse der Anbau von Biomasse nach den Kriterien einer naturverträglichen Landwirtschaft erfolgen. „Nur durch die Einhaltung ökologischer Mindeststandards kann der gute Ruf der der nachwachsenden Rohstoffe auch in Zukunft gewährleistet werden“, so Eppler. Der Umbruch von Grünland zu Acker sei schon aus Klimaschutzgründen keine sinnvolle Maßnahme. „Wiesenflächen binden mehr CO2 als durch die Biomassenutzung von Maisanbau eingespart werden kann“,  erläuterte der Biologe. Der Grünlandumbruch gefährde zudem die Artenvielfalt, Dies gelte besonders für die hessische Mittelgebirgsregion.
Jörg-Andreas Krüger, NABU-Fachbereichsleiter Naturschutz und Umweltpolitik, stellte den Delegierten aktuelle Entwicklungen im Spannungsfeld von Naturschutz und regenerativen Energien vor. Er wies auf neueste Forschungen zum Thema Windkraft und Vogelschutz hin und forderte den Verzicht des Neubaus von Windrädern in natursensiblen Bereichen. Die Energiewende und der Schutz der biologischen Vielfalt seien gleichrangige Ziele der nachhaltigen Entwicklung und müssten deshalb in Einklang gebracht werden.

Straßenbau in Hessen
Die Landesvertreterversammlung befasste sich auch mit dem Aus- bzw. Neubau der B 252 zwischen Marburg und Frankenberg  sowie der A 49 von Treysa bis zu A 5 bei Homberg/Ohm. Die B 252 stelle unbestritten ein Nadelöhr im nordwesthessischen Straßenverkehr dar, so Eppler. Im Laufe der jahrelangen Planungen habe sich der NABU eindeutig für eine Entlastung der Ortschaften durch kleinräumige Umgehungen ausgesprochen. Aktuell plane die Straßenbauverwaltung jedoch einen rund 18 km langen Neubau einer zum Teil dreispurigen Bundesstraße, die mit einem gigantischen Flächenverbrauch in einer historischen Kulturlandschaft und wertvollster Ackerböden einhergehe. Gemeinsam mit der Aktionsgemeinschaft Wettschaftstal und drei Landwirten setze sich der NABU Hessen intensiv für eine naturverträgliche Variante der B 252 ein. Hierzu habe der NABU ein eigenes Fachgutachten erstellen lassen. „Die Straßenbau-Verwaltung bleibt jedoch bislang stur bei ihrer Planung und zeigt sich auch nach Gesprächen mit Politik und Wirtschaft nicht an einer einvernehmlichen Lösung interessiert“, erklärte Eppler.

Für den Trassenabschnitt der A 49 ab Treysa habe der NABU hatte bereits 2006 eine schonendere alternative Linienführung vorgeschlagen, die sensible Landschaftsräume umfahre. Diese Lösung werde von der Straßenbauverwaltung bisher abgelehnt. Bleibe es dabei, müsse der NABU eine Verbandsklage intensiv prüfen. Im Südabschnitt von Stadtallendorf bis zur A 5 sieht der NABU die besten Chancen, einen irreparablen Eingriff in den Herrenwald und den Dannenröder Forst abzuwehren.

Vorstands-Neuwahlen
Martin Runkel am Pult
Bei den Neuwahlen des Landesvorstands wurde der Biologe Gerhard Eppler aus Heppenheim in seinem Amt bestätigt. Auch die stellvertretenden Vorsitzenden Marko Dorndorf (Eschenburg) und Stefanie Stüber (Büttelborn) sowie der Schatzmeister Klaus-Dieter Seibel (Bad Wildungen) wurden für zwei weitere Jahre wieder gewählt. Zum neuen stellvertretenden Vorsitzenden wurde Martin Runkel aus Gelnhausen bestimmt, der Lydia Desch aus Jossgrund ablöst. Nach über zehnjähriger Vorstandstätigkeit stellte sich die NABU-Aktive aus dem Main-Kinzig-Kreis nicht mehr zur Wahl. Landesvorsitzender Eppler dankte Lydia Desch für ihre langjährige Mitarbeit und zeichnete sie mit der silbernen Ehrennadel des NABU aus.

Samstag, 8. Oktober 2011

Die Wühlmäuse beim Pflanzenflohmarkt

Wie jedes Jahr kam die Wühlmaus-Apfelpresse zum Einsatz beim herbstlichen Pflanzenflohmarkt.
Zur letzten Gruppenstunde pflückte die Feuersalamander-Gruppe von den Streuobstwiesen im Stettbachtal mehrere Säcke Äpfel. Die Äpfel wurden vor Ort wurden geschnippelt und zu frischem Most ausgepresst. Der Verkaufserlös landet natürlich in der Wühlmauskasse.

Sonntag, 2. Oktober 2011

Reptiliensuch am Blütenhang

Kontrollgang im Baugebiet "Unterste Dieters"

Nach Berichten von Bauarbeitern aus den Vormonaten wurden bei Baggerarbeiten mehrere Schlangen gesichtet - eine Artbestimmung war aus den Angaben nicht möglich.

Schlingnatter oder andere Reptilien wurden während der Begehung nicht 
festgestellt.
Fotos: NABU/Tino Westphal - Baugebiet unter Monitoring am Blütenhang: links im Bild der Rohbau des ersten Einfamilienhauses; zwei weitere werden rechts daneben folgen.
Blick auf das Baugelände von oben
Kontrolle der Fangflächen am Reptilienzaun: Der bewegliche Zaun soll Reptilien daran hindern, wieder in das Gebiet einzuwandern, solange die Bauarbeiten nicht abgeschlossen sind.
Bild rechts: Steinwall auf dem NABU-Gelände oberhalb des Baugebietes - ein idealer Überwinterungsort für die Schlingnatter, die sich jetzt schon zurückgezogen hat

Samstag, 1. Oktober 2011

Arbeitseinsatz am Blühstreifen

Arbeitseinsatz am Blühstreifen zwischen Seeheim und Malchen
Fotos: NABU/Tino Westphal

Der NABU-Balkenmäher im Einsatz
Mit dem Balkenmäher mähten die NABU-Aktiven die Blühstreifen am Radweg zwischen Seeheim und Malchen. Der Streifen war in einer Aktion im Frühjahr als Start der Aktion Blumenwiese 2011 angelegt worden.
Teilnehmer vom NABU: Klaus-Dieter, Uli, Ecki und Tino.

Mittwoch, 28. September 2011

Birdwatch 2011

Die Faszination des Vogelzugs live erleben
European Birdwatch am 1. und 2. Oktober in Hessen


NABU/Tino Westphal - Kranichzug über Malchen
Wetzlar. Es ist wieder so weit: Mehr als 50 Millionen Zugvögel verlassen ihre Brutgebiete in Deutschland, um in wärmere Gefilden zu ziehen. Viele Vogelarten haben sich bereits versammelt oder sind schon auf den Weg in den Süden. Anlässlich dieses Naturschauspiels findet auch in diesem Jahr wieder das „Wochenende des Vogelzugs“ (European Birdwatch) statt. Bereits zum 15. Mal wird in mehr als 30 europäischen Ländern am ersten Oktoberwochenende zu den Ferngläsern gegriffen. Auch der NABU Hessen bietet wieder zahlreiche spannende Exkursionen zum Vogelzug an.

„Die Veranstaltungen am Birdwatch-Wochenende sollen den Teilnehmern die Faszination des fast ganzjährig stattfindenden Vogelzugs näher bringen“, fasst Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU Hessen, das Hauptziel der Aktion zusammen. Darüber hinaus will der NABU aber auch die Arten und Anzahl der Zugvögel, die über Deutschland ziehen oder hier rasten, bestimmen und dokumentieren. „Wir erfassen durch die Beobachtungen zwar immer nur einen Bruchteil aller Zugvögel“, so Eppler, „das reicht aber aus, um aktuelle Trends des Vogelzugs registrieren zu können.“ Die Daten finden auch Verwendung, um Anzeichen für Veränderungen durch den Klimawandel zu erkennen.

Manchen Zugvögeln wie dem Hausrotschwanz oder dem Rotmilan genügt ein Trip in mediterrane Regionen, andere wie Rauch- und Mehlschwalben und fliegen bis ins südliche Afrika. Die meisten der in langen Ketten vorüber ziehenden Kraniche sind dagegen Durchzügler aus nördlich gelegenen Brutgebieten. „Viele der Durchzügler nutzen bekannte hessische Rastgebiete, um genügend Energie für den Weiterflug in den Süden aufzutanken“ erläutert der Biologe Gerhard Eppler. Dazu zählen z.B. die Ederauen bei Rennertehausen in Nordhessen, der Rhäden bei Obersuhl und die Vogelsbergteiche in Osthessen sowie die Auen von Lahn und Ohm und das Bingenheimer Ried in Mittelhessen. Wichtige „Trittsteine“ weiter südlich sind die Auen des Mains und der Gersprenz und Feuchtgebiete wie der Reinheimer Teich. Ganz besondere Schwerpunkte des Vogelzugs sind die hessischen Rheinauen vom Mittelrhein bis zu den Naturschutzgebieten Kühkopf-Knoblochsaue und Lampertheimer Altrhein.

Wer schon immer einmal wissen wollte, welche Vogelarten zur Zugzeit zu beobachten sind und wie man ziehende Vögel in einem Schwarm identifizieren kann, hat am Birdwatch-Wochenende Gelegenheit, sich einer der zahlreichen hessischen NABU-Exkursionen anzuschließen und den Vogelzug live mitzuerleben. Kostenfreie Birdwatch-Veranstaltungen gibt es z.B. in Brombachtal, Lich, Wettenberg, Steinau an der Straße und Wolfhagen. Mehr Informationen zu den einzelnen Vogel-Exkursionen finden sich im Internet unter www.birdwatch.de.

Für Rückfragen:
Berthold Langenhorst
Pressesprecher
Tel.: 06441-67904-17
Mobil: 0175-8374955

Dienstag, 27. September 2011

Schwalbenschwanzraupe

Foto: Rudolf Böhm
In seinem Garten hat Rudolf Böhm noch ein schönes Exemplar des Schwalbenschwanz kurz vor der Verpuppung gefunden. Die Raupen benötigen Pastinaken oder Wilde Möhre als Freßpflanze.
Um den Schmetterling zu erhalten ist es wichtig, ensprechende Wildkräuterecken im Garten zu erhalten und natürlich ist die Giftspritze tabu.

Sonntag, 18. September 2011

Initiativgruppe Schafhaltung

Foto: NABU/Tino Westphal - Schafe auf den
Etzwiesen
Initiativgruppe Schafhaltung gegründet
Uli, Elke, Ecki und Tino haben eine Initiative gestartet, um die Schafhaltung in unserem Umfeld zu fördern: Zwei Schwerpunkte: vorhandene Pflegeflächen preisgünstig offen zu halten und nicht zuletzt, um die Wühlmausgruppen  - besonders die Naturgartengruppe von Uli - an das Thema Nutztierhaltung und Natur heranzuführen.
Schafe am Auweiher in Ober-Beerbach
im Frühjahr 2011
Die generationsübergreifende Gruppe Naturgarten mit Spiel und Spaß trifft sich montags von 16 - 18 Uhr in Ulis 
Garten in Malchen.


Die Schafe sollen den Sommer über vor allem am Blütenhang neben dem Grundstück der Naturgartengruppe untergebracht werden. Hier muss im Laufe des Winterhalbjahres noch einiges vorbereitet werden: Umzäunung und Unterstand fehlen.
Eine Weidefläche - das Sandmagerrasen- Pflegegebiet bei Bickenbach ist ein passendes zusätzliches Weidegebiet: bei kurzfristig hohem Weidedruck können viele interessante Pflanzengesellschaften gefördert werden.
Die Wintermonate Oktober bis Februar werden die Schafe auf den Etzwiesen verbringen. Dort können existierende Stallanlagen genutzt werden. 

Samstag, 10. September 2011

Vernässungsgräben im Erlenwald

Foto: NABU/Kerstin Westphal -
Tino am oberen Graben nach
Fertigstellung am 11.9.2011
Arbeitseinsatz der NABU Gruppe an den Etzwiesen
Schwere Baumstämme, die nach den letzten Gewitterstürmen heruntergebrochen waren, wurden aus den Etzwiesen herausgeholt. In der Benjeshecke am Nordrand der Wiese wurden Kornelkirsche und Faulbaum freigelegt- hier wurden sie von den schneller wachsenden  Holundersträuchern sehr beschattet.
Erfreulicherweise sind kaum Brombeeren auf der Fläche zu sehen. Diese und die aufgewachsenen Erlenschößlinge werden nach der Herbst/Winterbeweidung mit Schafen einfacher aus der Fläche zu holen sein.
Fotos: NABU/Tino Westphal - Zwei Bewässerungsgräben im Erlenwald zwischen der Wiese und dem Märchenteichdamm wurden gezogen: sie sollen dem Schwarzerlenbestand mehr von dem Sickerwasser aus dem Märchenteichdamm zuführen.
Ecki, Robina und Stefan wühlen sich durch den Erlenwald. Im Hintergrund der Damm der Märchenteiche.
Robina müht sich, die stark durchwurzelte Quellschicht freizulegen.



Fertiggestellte Gräben - noch führen sie wenig Wasser
Morgenstimmung an den Märchenteichen

Mittwoch, 7. September 2011

Vernässung eines Erlenwaldes an den Etzwiesen

Planung eines Arbeitseinsatzes an den Etzwiesen mit der UNB

Fotos: NABU/Tino Westphal - Begehung und GPS-Einmessung des NABU-Pachtgrundstückes mit Dr. Strohund Dr. Fischbach von der Unteren Naturschtzbehörde
In Vorbereitung eien NABU-Arbeitseinsatzes an den Etzwiesen wurden die Grundstücksgrenzen ausgemessen. Im Waldstück sollen Gräben das Sickerwasser des Dammes an den Märchenteichen auffangen.


Karte links:
Messtischblatt des Etzwiesengbietes - rot markiert die Abgrenzung zum angrenzenden Gemeindeland.
Das zugehörige Luftbild stammt vom Frühjahr 2009, als die Teiche neu ausgebaggert wurden.

Sonntag, 4. September 2011

Sandschüttung bei Bickenbach fertiggestellt

Foto: NABU/Tino Westphal - Sandschüttung, Steinwall und Totholz nach Fertigstellung. Der Bagger steht in einer lehmigen Geländevertiefung, deren Boden zusätzlich verdichtet wurde.
Erfolgreich abgeschlossen wurde heute der gemeinsame Arbeitseinsatz am Gleisdreieck Bickenbach. Schon am Vortag hatte der Arbeitseinsatz und Bagger-Event begonnen. Zusammen mit der Ortsgruppe des BUND, angeleitet von Edmund Dietze (UNB) und nach Plänen von Dr. Hans-Georg Fritz wurden eine große Sandschüttung und ein Steinwall mit Totholz angelegt. Eine vorhandene lehmigen Geländevertiefung wurde weiter ausgehoben und deren Boden zusätzlich verdichtet. Hier wird sich im Frühjahr ein temporär recht feuchtes Umfeld der Kreuzkröte einen schönen Platz bieten.

Dank gebührt der freundlicher Unterstützung der Firma Johann Winczy (Baggerbetrieb und Tiefbau), die Sand, Wasserbausteine aus gebrochenem Odenwaldgranit und viel massives Totholz anlieferte und natürlich Familie Basemann aus Bickenbach, die uns zusätzliche Flächen für das Projekt zur Verfügung stellte.

Samstag, 3. September 2011

Bagger-Event in Bickenbach



Das NABU-Baggerteam und viele freiwillige Helfer im Einsatz
Für große Jungs und Mädels ein Traum: selber Bagger fahren.
Für die Zauneidechse einen Platz für die Eiablage und der Kreuzkröte einen Pool für ihren Laich bauen- das war das Ziel des gemeinsamen Bagger-Einsatzes der Ortsgruppen des BUND und des NABU bei Bickenbach.


Teilnehmer von "A Better World Club": Gabrielle, Michael and Pascale

Freitag, 2. September 2011

Batnight am Auweiher in Ober-Beerbach


Fotos: NABU/Tino Westphal - diverse Fledermauskästen werden begutachtet.

Treffpunkt am Auweiher in Ober-Beerbach

Rudolf Böhm - Fledermaus-Experte vom NABU erklärt Wissenswertes zu den heimlichen Flattertieren um den Auweiher in Ober-Beerbach. Verhört mit Hilfe der Technik: Fransenfledermaus und natürlich die häufigste Fledermaus bei uns: die Zwergfledermaus.

Rudolf Böhm

Abendstimmung am Auweiher

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