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Sonntag, 14. April 2013

Wildbienen am Malchender Blütenhang

Fotos: NABU/Tino Westphal - Stefan Tischendorfer: Einführungs-Vorlesung vor der Exkursion
Erklärung im Feld - sogar mit
Riechprobe
Gehörnte Mauerbiene - häufig zu
sehen am Blütenhang
Ein besonderes Erlebnis für 26 große und kleine Insektenliebhaber: die Wildbienen-Exkursion am Malchener Blütenhang. Bei perfektem Wildbienen-Wetter gab es zunächst eine kleine Einführungs-Vorlesung im Rondell vor der Bürgerhalle. 
Wir lernen: es gibt über 240 Arten von Wildbienen an der nördlichen Bergstrasse.
Vorgeführt im Fangröhrchen: Gehörnte Mauerbiene, die auch im Obstbau zur Bestäubung eingesetzt wird und die Holzbiene. Letztgenannte überwintert als adliges Insekt und fliegt daher schon jetzt im Frühjahr. Sie bohrt Löcher in morsches Holz, wie es in alten Obstanlagen vorkommt- wenn man die alten Stämme stehen lässt!
Foto: Dennis Sanetra - Die Blutbiene ist ein
Brutparasit bei bestimmten Wildbienen  
Dann ging es ins Feld: Frühjahres-Seidenbiene, und Gehörnte Mauerbiene flogen in großer Zahl und wurden auch von den kleinen Insektenforschern gekeschert für die Bestimmung bei Stefan. Auffällig: die Blutbiene - eine parasitische Wildbiene, die über den Wohnungen anderer Wildbienen kreist auf der Suche nach der Gelegenheit, ihr Kuckucksei unterzuschieben. Immerhin 20% unserer Wildbienen nutzen die Versorgungsleistungen anderer Wildbienen für ihre Brut.

Samstag, 9. März 2013

Arbeitseinsatz auf der Bickenbacher Düne

15 Freiwillige von Better World ClubBUND Seeheim und der NABU Gruppe Seeheim trafen sich auf der Bickenbacher Düne, neben dem Verkehrsübungsplatz zum Schutz einer sogenannten eiszeitlichen Binnendüne, auf der seltene Trockenlandarten, wie die Pyramidenorchidee, die Sandsilberscharte und der Blaue Lein vorkommen. 
Frau Dr. Hillesheim, die sich seit Jahren aktiv für die Binnendünen um Seeheim engagiert, leitete den Einsatz. Arbietsmaterial und Catering organisierten die Naturfreunde des BUND Seeheim.
Auf Grund geänderter Umweltbedingungen und Wirtschaftsformen ist dieses Biotop stark gefährdet. Überdüngung fördert den massiven Aufwuchs von Brombeeren, Flieder und Weißdorn auf der Bickenbacher Düne, die lichtliebenden Trockenlandpflanzen haben im meterhohen Gestrüpp keine Chance mehr, selbst Forstarbeiten sind sehr erschwert. (Im Bildhintergrund rechts beginnt ein undurchdringliches Gestrüpp)
Die lokalen Umweltverbände BUND und NABU, unterstützt von Freiwilligen des Better World Club, werden bis zum Ende dieses Jahres die großen Gestrüppflächen auf der Düne beseitigt. Mit schwerer Technik wird im Herbst 2013 in einem weiteren Arbeitseinsatz die letzten komplett verbuschten Stelle der Düne freigelegt werden.
Mit Beweidungsprojekte, vor Ort mit Schafen, werden unerwünschte Pflanzen dauerhaft zurückgedrängt. Der manuelle Arbeitsaufwand sollte dann deutlich kleiner werden.
An der Seeheimer Düne, nahe dem Tennisplatz, war die NABU Gruppe Seeheim mit diese Strategie bereits sehr erfolgreich. 
Das BUND Catering war schon immer von beeidruckender Qualität. Dank and die BUNDis für die Klasse Organisation der Veranstaltung!

Montag, 18. Juni 2012

Mit Eseln auf Tuchfühlung botanische Seltenheiten kennen lernen

GRÜNE laden zur Familienexkursion ein
Foto: NABU/Tino Westphal - Familienexkursion zu
den Eseln auf der Seeheimer Düne, rechts im
Foto Claudia Schlipf-Traup
Zur Exkursion über die artenreiche Flur der Seeheimer Düne lädt der Ortsverband Bündnis 90/DIE GRÜNEN Seeheim-Jugenheim für Sonntag, 1. Juli, herzlich ein. Treffpunkt ist um 14.30 Uhr am Parkplatz beim Biergarten Seeheimer-Waldgarten neben dem Gelände des Reitervereins. Auf der Seeheimer Düne östlich der B 3 und südlich des Reitervereinsgeländes wächst eine der seltensten Pflanzen Europas, die Sandradmelde. Die Beweidung mit Eseln und Schafen leistet einen wichtigen Beitrag für die Entwicklung und Verbreitung dieser Pflanze und des gesamten Biotops. Dieses ist Anziehungspunkt für Experten aus ganz Europa. Mit der Familienexkursion wollen die GRÜNEN diesen Zusammenhängen nachgehen. Dabei können die Kinder mit den Eseln auf Tuchfühlung gehen und von Rainer Stürz vom Landschaftspflegehof viel über das Leben der Esel erfahren. Während dessen zeigt Dr. Michael Stroh, Dipl. Biologe bei der Unteren Naturschutzbehörde Darmstadt-Dieburg, den Erwachsenen die botanischen Schätze der Seeheimer Düne und erläutert das überaus gelungene Projekt „Ried und Sand“.

Sonntag, 3. Juni 2012

NABU-Exkursion: Beweidung und andere Pflegemaßnahmen im NSG Kalksand­kiefern­wald

Bei regnerischem Wetter trafen sich zehn Naturliebhaber in Seeheim, Nähe Odenwaldstraße, um sich vom Naturschützer und Schäfer Rainer Stürz durch den geschützten Kiefernwald führen zu lassen.
Fotos: NABU/Tino Westphal- Rainer Stürz (im Foto ganz rechts) zeigt der Gruppe die sichtbaren Erfolge seines Beweidungskonzeptes.
Seit mehreren Jahren wird das Naturschutzgebiet von Ziegen, Schafen und heute auch Eseln abgeweidet. Der Unterschied zu den sogenannten "Null-Flächen", also Flächen ohne Weidedruck, ist offensichtlich: Ohne intensive Pflege oder Beweidung wird der Wald durch ein undurch-dringliches Dickicht von Schlehen und Brom- beeren verdrängt; Forstwirtschaft ist kaum mehr möglich, ganz zu schweigen vom Verlust an Artenvielfalt gegenüber einem offenen Wald.
Rechts im Bild: Claudia Schlipf-Traup, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Gemeindeparlament von Seeheim-Jugenheim.
Foto links: Das Bild charakterisiert das Problem: Die Brombeere droht die extrem selten gewordenen Arten, wie hier das Wintergrün, zu überwachsen. Beweidung kann hier retten.
Rainer Stürz weist auf einen der ganz wenigen aus der Zeit der historischen Beweidung verbliebenem Wacholdersträucher. Die extrem langsam wachsenden Pflanzen würden ohne Beweidung schnell aus dem Wald verdrängt. Auch ihre Vermehrung über Stecklinge wird durch Rainer Stürz und sein Team gefördert.
Mittlerweile ein anerkanntes Erfolgsmodell: Die Waldbeweidung. Interessanterweise meiden Esel konsequent Kiefern, während sie andere Nadelbäume, wie Fichten und Douglasien und natürlich Laubgehölze kräftig verbeißen. Diese Selektion kommt den Kiefern zugute.

Rainer Stürz pflegt seit einigen Jahren innerhalb des 80 ha umfassenden NSG Kalksand­kiefern­wald ein Gebiet von 40 ha. Die von ihm organisierte Waldbeweidung anfangs mit Ziegen, später mit Schafen und Eseln, umfasst damit die größte Fläche in Deutschland.
Die Weidenutzung im Wald war bis vor hundert Jahren weit verbreitet, wie Reste von Hütebäumen - speziell verwachsenen Buchen im Gebiet - und ein ganz kleiner Wacholderbestand beweisen.
Das Gebiet wird geprägt von Kiefern, seine Besonderheit sind einzigartige Vorkommen an Federgras und einer ganzen Reihe von Orchideen, wie
der Sumpfständelwurz, der Bocksriemenzunge oder der Rotbraunen Ständelwurz. Das Rote Waldvöglein wurde gerade blühend angetroffen.

Der Rundgang beginnt mit einem Halt vor einer grünen Wand, einer sogenannten "Null-Fläche": Ohne Weidenutzung oder sehr intensive und teure Pflege entsteht in kurzer Zeit ein undurchdringliches Gewirr aus Brombeeren und Schlehen.

Laut Rainer Stürz beruhen die Seltenheiten der Botanik auf einzigartigen Bodenverhältnissen: Die eiszeitlichen Sande sind außerordentlich kalkreich - im Unterschied zu anderern Sandgebieten in Deutschland, wie der Lüneburger Heide, die auf saueren Sandböden typische Erikaheiden entstehen läßt.
Kalksande gibt es dagegen in Deutschland nur noch auf ganz wenigen isolierten Flächen und sonst in Europa nur noch ausgedehnt in Russland und Ungarn.
Allerdings sind einige der kalkgebundenen Arten selbst in Ungarn ausgestorben, so dass Deutschland bei Arten wie der Silberscharte eine hohe Verantwortung zukommt.
Hilfe kam aber auch im hiesigen Wald erst in letzter Minute: von den zwei Federgrasarten waren vor einigen Jahren noch ganze 7 Exemplare vorhanden, mittlerweile werden wieder hunderte gezählt. Sandveilchen sind so selten, dass Botaniker aus ganz Europa anreisen, um sie hier in freier Natur zu sehen.
Am Wegrand steht der Ausdauernde Lein, auch Darmstädter Lein genannt, weil er nur hier häufig war. Steppenwolfsmilch, Sonnenröschen, Wohlriechende Knautie und der Hufeisenklee sind zu finden.
Als Besserungszeichen werden den Waldbesuchern auch die wohlschmeckenden Walderdbeeren präsentiert, die im dichten Unterholz keine Chance hätten.

Seit Jahren erstmals können die Kiefern sich durch Naturverjüngung vermehren.
Immer wieder werden auch Rohböden mit Baggereinsätzen geschaffen. Technikeinsatz ist notwendig, weil der alternative Bodenumbruch durch Haltung von Wollschweinen sich genehmigungstechnisch und damit wirtschaftlich nicht als tragbar erwiesen hat.

Zu guter Letzt die Vision von Rainer Stürz für die verbuschten Sanddünen: Etablierung einer Ziegenhaltung von ca 300 Muttertieren im hiesigen Kiefernwald- mit diesem Ansatz könnte sich Umwelt- und Naturschutz mit nachhaltiger Nutzung perfekt vereinbaren lassen. Der Nachweis der positiven Effekte durch die Beweidung ist unzweifelhaft gegeben.

Samstag, 3. März 2012

Schafe und Bagger im Pflegeeinsatz auf der Düne bei Bickenbach

Fotos: Michael Theurich
Auf der Bickenbacher Düne trafen sich überraschend das NABU Baggerteam und die Schafherde von Rainer Stürz. So unterschiedlich sie sind- beide sind in Sachen Naturschutz unterwegs. Und verstehen sich auf Anhieb.
Unter Federführung des BUND Seeheim wurden bei diesem Baggereinsatz Unterholz aus dem Kiefernwald entfernt, damit seltene Pflanzen wie die Pyramiden-Orchidee wieder eine Chance auf Licht hat.

Samstag, 12. November 2011

Arbeitseinsatz auf der Düne am Reiterhof Seeheim

Fotos: NABU/Tino Westphal - Arbeitseinsatz an der Düne: Kiefern und Weiden werden entfernt und abtransportiert.
Die schönen Kiefern wandern in den Schredder. Foto rechts: Die Herren Fischbach, Stroh und Rainer Stürz leiten den Einsatz.
Rainer Stürz erklärt nach Abschluss der Arbeiten dem interessierten Publikum die Besonderheiten einer kalkhaltigen Binnenlanddüne. Im Foto von rechts nach links: Rainer Stürz, Stefan, Robina, Pascale und Hans.
Man muss sich schon auf die Knie fallen lassen, um die Rote-Liste Arten zu entdecken.
Einen schönen Foto-Report (engl.) mit einer Zusammenstellung der lokal vorkommenden Rote-Liste Arten haben unsere Freunde vom "Better Worl Club" vom Arbeitseinsatz ins Netz gestellt. Herzlichen Dank an Pascale.

Sonntag, 4. September 2011

Sandschüttung bei Bickenbach fertiggestellt

Foto: NABU/Tino Westphal - Sandschüttung, Steinwall und Totholz nach Fertigstellung. Der Bagger steht in einer lehmigen Geländevertiefung, deren Boden zusätzlich verdichtet wurde.
Erfolgreich abgeschlossen wurde heute der gemeinsame Arbeitseinsatz am Gleisdreieck Bickenbach. Schon am Vortag hatte der Arbeitseinsatz und Bagger-Event begonnen. Zusammen mit der Ortsgruppe des BUND, angeleitet von Edmund Dietze (UNB) und nach Plänen von Dr. Hans-Georg Fritz wurden eine große Sandschüttung und ein Steinwall mit Totholz angelegt. Eine vorhandene lehmigen Geländevertiefung wurde weiter ausgehoben und deren Boden zusätzlich verdichtet. Hier wird sich im Frühjahr ein temporär recht feuchtes Umfeld der Kreuzkröte einen schönen Platz bieten.

Dank gebührt der freundlicher Unterstützung der Firma Johann Winczy (Baggerbetrieb und Tiefbau), die Sand, Wasserbausteine aus gebrochenem Odenwaldgranit und viel massives Totholz anlieferte und natürlich Familie Basemann aus Bickenbach, die uns zusätzliche Flächen für das Projekt zur Verfügung stellte.

Samstag, 3. September 2011

Bagger-Event in Bickenbach



Das NABU-Baggerteam und viele freiwillige Helfer im Einsatz
Für große Jungs und Mädels ein Traum: selber Bagger fahren.
Für die Zauneidechse einen Platz für die Eiablage und der Kreuzkröte einen Pool für ihren Laich bauen- das war das Ziel des gemeinsamen Bagger-Einsatzes der Ortsgruppen des BUND und des NABU bei Bickenbach.


Teilnehmer von "A Better World Club": Gabrielle, Michael and Pascale

Sonntag, 21. August 2011

NABU-Kräuterexkursion "Heilkräuter und Beeren"


Fotos: NABU/T. Westphal - Claudia Holz und Eckhard Woite mit Besuchern der Kräuterexkursion. Den Besuchern der Veranstalung wird Hintergrundwissen über die an der Düne "Neben Schenkenäcker" vorkommenden Heilkräuter und Beeren vermittelt. Pharmazeutische Anwendungen und Zubereitungsmethoden für pflanzliche Heilmittel stehen im Mittelpunkt.

Nachtkerze

Eckhard Woite stellt den Weißdorn vor.


Amerikanische Traubenkirsche - eine durchaus eßbare Frucht.

Mehlbeere - wie der Name schon sagt, schmeckt sie eher mehlig und fade.

Hagebutten der Kartoffelrose kann man essen... vorsichtig.

Es gibt Kräuter, deren Identität man ausschließlich durch Zerdrücken des Blütenstandes auf der Stirn eines Mitmenschen feststellen kann. Nun haben wir den Prozess der Knallprobe kennengelernt. Für die Botaniker unter uns: es handelt sich um das Taubenkropf-Leimkraut (Silene vulgaris).

Stieleiche - die Rinde der dünnen Äste und Zweige der Eiche können als Tee oder Tinktur verwendet werden.

Die Wilde Möhre schmeckt als Gemüse recht zäh, die Wurzel zeichnet sich aber durch ihren intensiven Duft aus.

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